Kennzeichnung des SS-Zentralbodenamts

Antrag der CDU-Fraktion (Reschke)

Die Folgen des Totalitarismus sichtbar zu machen und ins Bewusstsein zu rücken, ist essentiell für die demokratische Gesellschaft.
Die Folgen des Totalitarismus sichtbar zu machen und ins Bewusstsein zu rücken, ist essentiell für die demokratische Gesellschaft.

Von 1940 bis 1944 residierte das Zentralbodenamt der SS im Gebäude Friedrichstraße 110/112. Es unter­stand dem „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums“. Mit dieser von Heinrich Himmler ausgeübten Funktion sollten im Zuge der Eroberungskriege in Osteuropa Siedlungs­räume für Deutschstämmige geschaffen und die dort lebende Bevölkerung vertrieben werden.

Das SS-Zentralbodenamt war ein zentraler Bestandteil dieser Bestrebungen. Im Gebäude Fried­rich­straße 110/112 wurde im Rahmen des „Generalplans Ost“ die Erfassung, Beschlagnahme und Über­führung des Besitzes der ein­heimischen Bevölkerung geplant, wobei zahlreiche deutsche Studenten bei der Erfassung assistierten. Die Folge waren Enteignung, Zwangsarbeit und Deportation. Dieser Aspekt des deutschen Vernichtungskriegs im Osten steht nicht immer im Vordergrund. Der Antrag verfolgt das Ziel, an einem konkreten Ort an dieses Verbrechen zu erinnern.

Der Antrag im Wortlaut:

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, wie ein Gedenkobjekt zur Kennzeichnung des vormaligen „SS-Zentral­bodenamtes“ an der Friedrichstraße 110/112 errichtet werden kann. Die Arbeitsgruppe Geschichte erhält den Auftrag, einen Textvorschlag in Verbindung mit geeignetem Bildmaterial zu erarbeiten.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben