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21.01.2011
"Ein Europäer in Preußen - Jan Baczewski"
AK Europa besucht Ausstellungseröffnung in der "Neuen Galerie" in Zossen
Zossen -

Die seitens der Stadt Zossen begleitete Ausstellung:  „Ein Europäer in Preussen - Jan Baczewski“ ist dem preussischen Landtagsabgeordneten  Jan Baczewski aus  dem ostpreußischen Kreis Allenstein  gewidmet, der in den zwanziger Jahren durch seine parlamentarische Tätigkeit  im preussischen Landtag massgeblich die Minderheitenpolitik der preussischen Staatsregierung  beeinflusste. Infolge seines Wirkens wurden der dänischen und friesischen sowie später auch der sorbischen und polnischen Minderheit kulturelle Gruppenrechte in  Preussen gewährt und muttersprachlicher Schulunterricht garantiert.

Durch die Teilnahme wurde die stark auf die biografischen Lebensumstände Baczewskis  in  Rangsdorf fokussierte Ausstellung, dem AK Europa der CDU Mitte zum Lehrbeispiel für die Vermeidung von Minderheitenprobleme in der Europäischen Union.

Die seinerzeit für Preußen gefundenen Lösungen des kulturellen Schutzes nationaler Minderheiten können Anstöße für eine moderne europäische Minderheitenpolitik, das heißt der Vermeidung politischer Konflikte zwischen nationalen Minderheiten und der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft,  bieten.

Die kürzliche Repatriierung von 8000 Roma nach Rumänien zeigt, dass die damalige in Preußen entwickelte Minderheitenpolitik mit der Definierung nationaler Gruppenrechte von Minderheiten noch in der Gegenwart ein  Entwicklungspotential für die Verbesserung von Minderheitenrechte in der EU  zur Verfügung stellt.

Bei einer kreativen Entwicklung der damaligen preußischen Ansätze in der Minderheitenpolitik  könnten Friktionen, wie sie aufgrund der aktuellen französischen Romapolitik ausgelöst wurden, vermieden werden. Auch die Verweigerung der Schengenzulassung von Rumänien und Bulgarien, wie sie zur Zeit von Frankreich und der Bundesrepublik betrieben  wird, wären  bei Berücksichtigung der damaligen preußischen Erfahrungen vermeidbar.

Mit einer modernen, an den nationalen Gruppenrechten orientierten  Minderheitenpolitik nach den Vorstellungen Baczewskis wäre es wohl kaum zum Terrorismus  der baskischen Untergrundarmee gekommen und auch die Klagen der aktuellen EU-Ratspräsidentschaft über die Verweigerung kultureller Minderheitenrechte für die ungarische Minderheit in der Slowakei und Rumänien würden sich damit erübrigen.

Am Ende der Ausstellungseröffnung stellte sich den Teilnehmern die Frage, ob die Ausstellung nicht auch an der Wirkungsstätte Baczewskis, dem ehemaligen preußischen Landtag, dem heutigen Abgeordnetenhaus Berlins gezeigt werden sollte. Nicht zuletzt ist Berlin der Ort in Deutschland, an welchem eine in erster Linie eine kreative Minderheitenpolitik gemacht werden muss, damit im Verhältnis von Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft eine politische Entwicklung mit terroristischen Perspektiven zuverlässig ausgeschlossen werden kann.

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